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Wissenswertes

Warum den Mawlid feiern?

Der Zweck des Mawlid ist der Dank an Allâh für die Geburt und Gesandtschaft des Propheten Muẖammad ﷺ. Fundamentale Beweise hierfür sind das montägige Fasten unseres geehrten Propheten, weil er an einem Montag geboren und an einem Montag gesandt worden ist, sowie das Fasten am ^Âschûrâ´-Tag zum Dank an Allâh für die Errettung des Propheten Mûsâ – ^Alayhi s-Salâm – beides wurde in Ṣaẖîẖ Muslim überliefert. Diesen Handlungen des Gesandten Gottes ﷺ entnimmt man die Erlaubnis, für das Ausführen einer guten Tat als Dank an Allâh sowie für das Festlegen einer wiederkehrenden Zeit der Ausführung.

Alle nachfolgenden Zitate sind wörtlich der Ausarbeitung „Wichtige Klarstellungen und Widerlegungen – Was bedeutet Bid^ah?" entnommen.

01 Die Grundlage: Nicht jede Neuerung ist abzulehnen
Qurʾân · 27. Âyah der Sûrah al-H̱adîd

وَجَعَلْنَا فِى قُلُوبِ ٱلَّذِينَ ٱتَّبَعُوهُ رَأْفَةً وَرَحْمَةً وَرَهْبَانِيَّةً ٱبْتَدَعُوهَا مَا كَتَبْنَٰهَا عَلَيْهِمْ إِلَّا ٱبْتِغَآءَ رِضْوَٰنِ ٱللَّهِ فَمَا رَعَوْهَا حَقَّ رِعَايَتِهَا فَـَٔاتَيْنَا ٱلَّذِينَ ءَامَنُوا۟ مِنْهُمْ أَجْرَهُمْ

Die Bedeutung lautet:

„Gott ließ in den Herzen derjenigen, die dem Propheten ^Îsâ folgten, Fürsorge und Gnade sein. Ar-Rahbâniyyah hingegen ist eine Bid^ah, die sie eingeführt haben. Gott hat sie ihnen nicht auferlegt; damit strebten sie nach dem Wohlgefallen Gottes, jedoch haben sie, d. h. nachfolgende Menschen, ar-Rahbâniyyah nicht bewahrt, somit gibt Allâh den Gläubigen von ihnen ihren Lohn."

Aus der Ausarbeitung: „Die angeführte Âyah ist ein deutlicher Beweis für die Existenz der guten Neuerung, denn Allâh hat darin berichtet, dass ar-Rahbâniyyah eine Bid^ah ist, und versprochen, die Gläubigen, die diese Bid^ah eingeführt haben, zu belohnen."

H̱adîth · überliefert von Muslim in seinem Ṣaẖîẖ

مَنْ سَنَّ فِي الإِسْلامِ سُنَّةً حَسَنَةً فَلَهُ أَجْرُها وَأَجْرُ مَنْ عَمِلَ بِها مِنْ بَعْدِهِ مِنْ غَيْرِ أَنْ يَنْقُصَ مِنْ أُجُورِهِم شَىءٌ وَمَنْ سَنَّ فِي الإِسْلامِ سُنَّةً سَيِّئَةً كانَ عَلَيْهِ وِزْرُها وَوِزْرُ مَنْ عَمِلَ بِها مِنْ بَعْدِهِ مِنْ غَيْرِ أَنْ يَنْقُصَ مِنْ أَوْزارِهِم شَىءٌ

Die Bedeutung lautet:

„Derjenige, der eine gute Neuerung in den Islam einführt, erhält dafür die Belohnung und weitere Belohnung, wenn er in dieser Neuerung nachgeahmt wird, ohne dass die Belohnungen der Nachahmer sich verringern. Und auf denjenigen, der eine schlechte Neuerung in den Islam einführt, lastet Übel und zusätzliches Übel, wenn er darin nachgeahmt wird, ohne dass das Übel der Nachahmer sich verringert."

In diesem H̱adîth ist die Rede von „Sunnah H̱asanah" und „Sunnah Sayyiʾah", also von „guter Sunnah" und „schlechter Sunnah". Da der Prophet keine schlechte Sunnah hatte, kann er in diesem H̱adîth nicht seine eigene Sunnah gemeint haben. „Sunnah" hat die Bedeutung „Methode" – es handelt sich also um „gute Methode" und „schlechte Methode", d. h. um neue Methoden bzw. Art und Weisen, etwas zu tun.

H̱adîth · al-Bukhâriyy und Muslim, überliefert von ^Âischah

مَنْ أَحْدَثَ فِي أَمْرِنا هَذا ما لَيْسَ مِنْهُ فَهُوَ رَدٌّ

Die Bedeutung lautet:

„Was in unsere Religion eingeführt wird, jedoch nicht der Religion entspricht, wird abgelehnt."

„Dieser H̱adîth beschreibt die schlechte Neuerung und beinhaltet einen Hinweis auf die gute Neuerung, denn der Prophet Muẖammad ﷺ hat mit diesen Worten gelehrt, welche Neuerung abgelehnt wird, nämlich die Neuerung, die den islamischen Regeln nicht entspricht. Somit deutet der H̱adîth auch darauf, dass die Neuerung, die den islamischen Regeln nicht widerspricht, sondern ihnen entspricht, nicht verwerflich, sondern eine praktizierbare Neuerung ist."

Imâm asch-Schâfi^iyy (gest. 204 n. A.) · überliefert von al-Bayhaqiyy in Manâqibu sch-Schâfi^iyy

الْمُحْدَثاتُ مِنَ الأُمُورِ ضَرْبانِ، أَحَدُهُما ما أُحْدِثَ مِمَّا يُخالِفُ كِتابًا أَوْ سُنَّةً أَوْ إِجْماعًا أَوْ أَثَرًا فَهَذِهِ الْبِدْعَةُ الضَّلالَةُ، والثانِيَةُ ما أُحْدِثَ مِنَ الْخَيْرِ لا يُخالِفُ كِتابًا وَلا سُنَّةً أَوْ إِجْماعًا وهذِهِ مُحْدَثَةٌ غَيْرُ مَذْمُومَةٍ

Dies bedeutet:

„Die Neuerungen teilen sich in zwei Arten auf. Die eine Art ist das Eingeführte, das im Widerspruch zum Qurʾân, dem H̱adîth, dem Konsens der muslimischen Gelehrten oder dem Athar, d. h., dem, was den Gefährten zugeschrieben wird und von ihnen nicht verworfen wurde, steht; diese ist die abweichende Neuerung. Die zweite Art der Neuerung ist das Eingeführte, das weder dem Qurʾân noch dem H̱adîth noch dem Konsens widerspricht; diese Neuerung ist nicht abzulehnen."

Imâm an-Nawawiyy (gest. 676 n. A.) · Tahdhîbu l-Asmâʾi wal-Lughât

„Der Imâm und Schaykh Abû Muẖammad, ^Abdu l-^Azîz Ibnu ^Abdi s-Salâm, dessen Überlegenheit und Besonderheit einstimmig anerkannt ist, sagte: Die Neuerung kann eine Pflicht bzw. etwas Verbotenes, Empfohlenes, Missbilligtes oder Legitimes sein."

Dann erläuterte An-Nawawiyy wie folgt: „Dies bedeutet, dass die Neuerung den Grundregeln der Religion unterzogen wird. Fällt sie unter die Grundregeln der Pflicht, dann ist sie eine Pflicht; fällt sie unter die Grundregeln des Verbotenen, so ist sie verboten; fällt sie unter die Grundregeln des Missbilligten, so ist sie missbilligt und fällt sie unter die Grundregeln des Legitimen, so ist sie legitim."

Was „Bid^ah" bedeutet · al-Miṣbâẖu l-Munîr und Tâdju l-^Arûs

„Al-Bid^ah" ist die arabischsprachige Bezeichnung für „Neuerung", d. h., für jegliches Neue, wofür es kein vorangegangenes Beispiel gegeben hat. Im religiösen Sinne ist die Bid^ah eine Bezeichnung etwas Neues, das weder im Qurʾân noch im H̱adîth explizit verzeichnet ist.

Diese Definitionen sind im Werk al-Miṣbâẖu l-Munîr des Gelehrten Abu l-^Abbâs, Aẖmad Ibn Muẖammad al-Fayyûmiyy, der im Jahr 770 n. A. starb, sowie im Werk Tâdju l-^Arûs des Gelehrten Muẖammad Murtaḍâ az-Zabîdiyy, der im Jahr 1205 n. A. starb, zu finden.

Der Einwand „jede Bid^ah ist eine Abweichung" · Abû Dâwûd, as-Sunan

فإنَّ كُلَّ مُحْدَثَةٍ بِدْعَةٌ وَكُلَّ بِدْعَةٍ ضَلالَةٌ

Die Bedeutung lautet:

„Einige Menschen behaupten, dass der H̱adîth bedeuten würde, dass ausnahmslos jede Neuerung eine Abweichung von den islamischen Regeln wäre, jedoch liegen sie falsch. Denn das Wort „Kull", das auch in diesem H̱adîth vorkommt, bedeutet zwar „jede", „jeder" und „alle", jedoch wird seine Bedeutung eingeschränkt, wenn ein Zusammenhang besteht, der die Einschränkung erforderlich macht."

„Da der Gesandte Gottes in den beiden zuvor erläuterten Aẖâdîth die Bid^ah in gut und in schlecht aufgeteilt hat, kann es nicht sein, dass er gemeint hätte, dass absolut jede Bid^ah eine schlechte Bid^ah wäre, somit bedeutet dieser H̱adîth „Jede Bid^ah, die als schlechte Bid^ah eingestuft wird, ist eine Abweichung von den islamischen Lehren.""

Unterlassen heißt nicht verbieten · al-Bukhâriyy und Muslim

لا، وَلَكِنَّهُ لَمْ يَكُنْ بِأَرْضِ قَوْمِي، فَأَجِدُنِي أَعافُهُ

Die Bedeutung lautet:

Khâlid Ibnu l-Walîd fragte den Gesandten Gottes ﷺ, ob Echsenfleisch verboten sei. Er sagte: „Nein, aber für mein Volk ist es etwas Ungewöhnliches, deswegen empfinde ich keine Neigung dazu." Khâlid sagte weiter: „Dann habe ich die Echse genommen und davon gegessen, während der Gesandte Gottes mich sah und es mir nicht untersagte."

„Dieser H̱adîth ist einer der zahlreichen Beweise dafür, dass die Unterlassung einer Handlung nicht zwangsläufig das Verbieten der Handlung nach sich zieht." Die Behauptung, man müsste alles unterlassen, was der Prophet ﷺ nicht gemacht hat, entbehrt jeglicher Grundlage.

al-Fayyûmiyy (gest. 770 n. A.) · al-Miṣbâẖu l-Munîr

قَدْ يكونُ بعضُها غيرَ مكروهٍ فيُسمَّى بدعةً مباحةً وهُوَ ما شَهِدَ لِجِنْسِهِ أَصْلٌ في الشَّرعِ أو اقْتَضَتْهُ مَصْلَحَةٌ يُنْدَفِعُ بِها مَفْسَدَة

Dies bedeutet:

„Manch eine Bid^ah ist nicht missbilligt, sondern eine erlaubte Bid^ah; dies ist die Neuerung, die auf einem islamisch-rechtlichen Ursprung basiert oder dessen Einführung erforderlich ist, um eine Verdorbenheit abzuwenden."

Ibnu ^Âbidîn (gest. 1252 n. A.) · Raddu l-Muẖtâr ^Ala d-Durri l-Mukhtâr

„Eine Bid^ah kann eine Pflicht sein, wie z. B. das Auflisten der Beweise gegen die irregegangenen Gruppierungen und das Erlernen der Grammatik der arabischen Sprache, die zum Verstehen des Qurʾân und der Sunnah verhilft. Sie kann auch empfohlen sein, wie z. B. die Errichtung eines Ribâṭ oder einer Schule."

Ein Ribâṭ ist eine schulähnliche Einrichtung. Ibnu ^Âbidîn gehört zu den bekannten hanafitischen Gelehrten.

02 Die Gefährten führten selbst Neues ein
Der Muṣẖaf · al-Bukhâriyy in seinem Ṣaẖîẖ

Zayd Ibn Thâbit sagte zu Abû Bakr aṣ-Ṣiddîq: „Wie könnt ihr etwas tun, was der Gesandte Gottes nicht getan hat?" Abû Bakr sagte dann zu ihm: „Ich schwöre bei Allâh, das ist etwas Gutes." Zayd sagte dann: „Ich begann über die Idee nachzudenken, bis Allâh mein Herz dafür öffnete und mich die Idee so sehen ließ, wie Abû Bakr und ^Umar sie sahen. Danach begann ich, den Qurʾân zusammenzutragen."

„Die zwei besten Gefährten des Propheten Muẖammad ﷺ – nämlich Abû Bakr aṣ-Ṣiddîq und ^Umar Ibnu l-Khaṭṭâb – wissen, dass der Muṣẖaf eine Neuerung ist und schwören bei Allâh, dass es etwas Gutes ist. Damit bestätigen sie deutlich die Existenz der guten Bid^ah."

Das Tarâwîẖ-Gebet in Gemeinschaft · al-Bukhâriyy in seinem Ṣaẖîẖ

نِعْمَ الْبِدْعَةُ هَذِهِ

Dies bedeutet:

„Dies ist eine gelobte Bid^ah!" – ^Umar Ibnu l-Khaṭṭâb, nachdem er angeordnet hatte, beim Tarâwîẖ-Gebet hinter einem einzigen Imâm zu beten.

„Das Tarâwîẖ-Gebet gab es bereits zur Lebzeit unseres geehrten Propheten ﷺ, jedoch wurde es damals nicht in der großen Gemeinschaft verrichtet, sondern entweder einzeln oder in kleinen Gruppen. […] Hierbei zeigt sich, dass es bei der guten Bid^ah nicht darum geht, dem Islam etwas hinzuzufügen, sondern es sich lediglich um eine neue Methode für etwas bereits Bestehendes handelt."

Weitere gute Neuerungen aus der Ausarbeitung

Der zweite Gebetsruf zum Freitagsgebet, eingeführt von ^Uthmân Ibn ^Affân, als die Muslime mehr wurden (al-Bukhâriyy). Die Gebetsnischen und Minarette der Moscheen, eingeführt von ^Umar Ibnu ^Abdi l-^Azîz, 90 Jahre nach dem Propheten ﷺ. Die Punktierung des Muṣẖaf durch Yaẖyâ Ibnu Ya^mar, ohne die man z. B. „Haus" (بيت) und „Mädchen" (بنت) nicht unterscheiden könnte.

„Warum ist es bis heute bei diesem Ablauf geblieben? Warum haben die Muslime daran festgehalten und nicht gesagt „Wir müssen den neuen Gebetsruf ablehnen"? Weil er den islamischen Regeln nicht widerspricht, auch wenn es sich hierbei um eine Neuerung handelt."

Der Maßstab der Gemeinschaft · ^Abdu l-Lâh Ibnu Mas^ûd, Musnad Aẖmad

ما رَآهُ المُسلمونَ حَسَنًا فَهُوَ عندَ اللهِ حسنٌ وما رآهُ المسلمون قَبِيحًا فهو عند الله قَبِيح

Dies bedeutet:

„Das, was die Muslime übereinstimmend gutheißen, ist bei Allâh etwas Gutes; und das, was die Muslime übereinstimmend als etwas Schlechtes einstufen, ist bei Allâh etwas Schlechtes."

„Haltet am Konsens der islamischen Gemeinschaft fest und schenkt den Minderheiten, die den Übereinstimmungen der Muslime widersprechen, keine Beachtung, denn das Befolgen der übereinstimmenden Meinung der muslimischen Gelehrten hat Allâh uns vorgeschrieben."

Das Schreiben von ﷺ nach dem Namen des Propheten · al-Bukhâriyy

مِنْ مُحَمَّدٍ عَبْدِ اللهِ وَرَسُولِهِ إِلَى هِرَقْلَ عَظِيمِ الرَّومِ

Die Bedeutung lautet:

„Von Muẖammad, dem Gottesdiener und -gesandten, an Herakleios, den Herrscher der Römer."

„Weder hat der Gesandte Gottes die Worte „صلى الله عليه وسلم" diktiert noch hat der Gefährte, der den Brief schrieb, diese hinzugefügt." Das Schreiben dieser Formel ist damit ein Beispiel für etwas, das nach der Zeit des Propheten ﷺ eingeführt wurde und von den Muslimen weltweit praktiziert wird – „sogar von denjenigen, die behaupten, dass es keine gute Neuerung geben würde".

aṣ-Ṣalâh für den Propheten nach dem Gebetsruf · Muslim / Abû Ya^lâ

إذا سَمِعْتُمُ المُؤَذِّنَ فَقُولُوا مِثْلَما يَقُولُ ثُمَّ صَلُّوا عَلَيَّ

Die Bedeutung lautet:

„Wenn ihr den Gebetsrufer hört, dann sprecht ihm nach, anschließend sprecht aṣ-Ṣalâh für mich." Und: مَنْ ذَكَرَنِي فَلْيُصَلِّ عَلَيَّ – „Wer mich erwähnt, sollte aṣ-Ṣalâh für mich sprechen."

„Es stimmt, dass es erst nach dem Tod des Propheten zur Tradition der Gebetsrufer geworden ist, nach Beendigung des Gebetsrufes aṣ-Ṣalâtu was-Salâmu für den Propheten auszurufen, jedoch steht dies im Einklang zu den Aussagen unseres Propheten."

03 Der Mawlid selbst
al-H̱âfidh as-Suyûṭiyy (gest. 911 n. A.) · H̱usnu l-Maqṣid Fî ^Amali l-Mawlid

أَصْلُ عَمَلِ المَوْلِدِ الذي هو اجْتِماعُ الناسِ وقِراءَةُ ما تَيَسَّرَ مِنَ القُرءانِ ورِوايَةُ الأَخْبارِ الوارِدَةِ في مَبْدَإِ أَمْرِ النبيّ وما وَقَعَ في مَوْلِدِهِ مِنَ الآياتِ، ثُمَّ يُمَدُّ لَهُمْ سِماطٌ يَأْكُلونَهُ وَيَنْصَرِفُونَ مِنْ غَيْرِ زِيادَةٍ على ذَلِكَ هو مِنَ البِدَعِ الحَسَنَةِ التي يُثابُ عليها صاحِبُها لِمَا فيهِ مِنْ تَعْظيمِ قَدْرِ النبيّ وإظْهارِ الفَرَحِ والاسْتِبْشارِ بِمَوْلِدِهِ الشَّريفِ

Dies bedeutet:

„Grundsätzlich ist die Durchführung des Mawlid, indem die Menschen zusammenkommen, etwas aus dem edlen Qurʾân rezitieren, von den Anfängen des Propheten und über die Ereignisse, die am Tag seiner Geburt eintraten, erzählen und danach etwas essen und gehen, ohne etwas hinzuzufügen, eine gute Neuerung, für die der Ausführer belohnt wird, weil sie die Verehrung des Propheten und die Bekundung der Freude über seine edle Geburt beinhaltet."

as-Suyûṭiyy stellte in der Einleitung seines Werkes die Frage: „Wie lautet das islamisch-rechtliche Urteil diesbezüglich? Ist es etwas Gelobtes oder Verschmähtes? Wird man für die Durchführung belohnt oder nicht?" – Dies ist seine Antwort.

Das Gedenken war Brauch der Gefährten · al-H̱âkim, al-Mustadrak

وَأَنْتَ لَمَّا وُلِدْتَ أَشْرَقَتِ الأَرْضُ وَضاءَتْ بِنُورِكَ الأُفُقُ

Dies bedeutet:

„Bei deiner Geburt erstrahlte die Erde
Und dein Licht erreichte die Horizonte"

al-^Abbâs – der Onkel unseres Propheten – sagte zum Gesandten Gottes ﷺ: „O Gesandter Gottes, ich habe dich in einem Gedicht gelobt." Der Gesandte Gottes lobte ihn dafür und forderte ihn auf, es zu sagen. Diese Verse kamen darin vor. Auch von al-Bayhaqiyy und aṭ-Ṭabarâniyy überliefert.

Wer den Mawlid einführte

„Der rechtschaffene Gelehrte und Herrscher über Erbil, das im heutigen Irak liegt, Abû Sa^îd Kawkabarî, ^Aliyy Ibn Baktakîn, der als al-Maliku l-Muḍhaffar bekannt ist, führte diese Neuerung zu Beginn des siebten Jahrhunderts n. A. ein. Bis dahin war es eigentlich nicht unüblich, dass die Muslime der Geburt des Propheten Muẖammad ﷺ gedachten und sie lobend erwähnten, dies war bereits der Brauch der Gefährten."

„Das Neue an der Handlung des soeben erwähnten Königs ist die Dimension des Mawlid, d. h. in welcher Größenordnung er den Mawlid durchgeführt hat. Hierzu versammelte er das Volk und lud Qurʾân-Rezitatoren, H̱adîth-Gelehrte, Rechtswissenschaftler und die gelobten Ṣuffiyyah ein. Keiner von ihnen hat diese Neuerung abgelehnt, vielmehr haben sie seine Neuerung befürwortet und sie gelobt."

Der Zweck und die Zeit des Mawlid · Muslim in seinem Ṣaẖîẖ

ذاكَ يومٌ ولدتُ فيهِ وأُنزِلَ عليَّ فيه

Die Bedeutung lautet:

„An so einem Tag wurde ich geboren und an so einem Tag erhielt ich die Offenbarung." – Antwort des Propheten ﷺ auf die Frage nach dem Grund seines montägigen Fastens.

Ebenso fastete der Gesandte Gottes ﷺ am ^Âschûrâʾ-Tag, „um Allâh dafür zu danken, dass Er den Propheten Mûsâ gerettet hat". – „Beide Aẖâdîth beweisen die Erlaubnis, eine gute Tat auszuführen, um Allâh für eine bestimmte Gabe zu danken und zu loben. Sie beweisen auch die Erlaubnis, die gute Tat immer wieder zu der Zeit auszuführen, zu der man die Gabe erhalten hat."

Zu jeder Handlung des Mawlid gibt es einen Beweis im edlen Qurʾân

Die Bedeutungen lauten:

  • Die Qurʾân-Rezitation – „… So rezitiert vom Qurʾân was euch leicht fällt."
  • Die Lobpreisung – „O ihr Gläubigen, lobpreist Allâh häufig."
  • Das Loben des Propheten – „Und wahrlich, du (o Muẖammad) hast einen großartigen und noblen Charakter."
  • Die religiöse Rede – „Und ermahne, denn die Ermahnung nutzt den Gläubigen."
  • Die Beköstigung – „Und aus Liebe zu Allâh beköstigen sie Bedürftige, Waisen und Geiseln."

Die Sûrah-Namen und Âyah-Nummern sind in der Ausarbeitung nicht ausgeschrieben; die Wiedergabe der Bedeutungen folgt ihr wörtlich.

al-H̱âfidh as-Sakhâwiyy (gest. 902 n. A.) · al-Adjwibatu l-Marḍiyyah

„Die Durchführung des Mawlid wurde erst nach den drei besonderen Jahrhunderten eingeführt. Fortan haben die Muslime bis heute daran festgehalten, überall – auf dem Land und in den großen Städten – die Geburt des Propheten ﷺ in dem Monat, in dem er geboren wurde, zu feiern. Hierfür bereiten sie besondere Festmähler zu, spenden in den Nächten des Mawlid auf unterschiedliche Art und Weise, bekunden ihre Freude, verrichten mehr Gutes als sonst und widmen dem Vortragen der Mawlid-Erzählungen große Aufmerksamkeit. Der Segen und die Güte, die sie dadurch erlangen, sind deutlich erkennbar."

Abû Schâmah, ^Abdu r-Raẖmân Ibnu Ismâ^îl · Al-Bâ^ithu ^Alâ Inkari l-Bida^i wal-H̱awâdith

„Zu den besten Neuerungen unserer Zeit gehört das, was in der Stadt Erbil durchgeführt wurde. Jedes Jahr am Geburtstag des Propheten ﷺ wurde gespendet, Gutes getan, geschmückt und die Freude demonstriert. Daraus resultiert – zusätzlich zur Güte gegenüber den Armen – die Wahrnehmung der Liebe und Verehrung, die der Muslim für den Propheten im Herzen hat, und es ist ein Dank an Allâh dafür, dass Er den Propheten erschaffen und ihn als Gnade zu den Menschen und Djinn gesandt hat."

al-H̱âfidh ^Abdu l-Lâh al-Harariyy

عَمَلُ المَوْلِدِ يُجَدِّدُ حُبَّ النَّبِيِّ ﷺ في المسلم، يبثُّ فيه الشُّعُورَ بالحُبِّ للنَّبِيِّ والمَيْلِ إليه

Dies bedeutet:

„Die Durchführung des Mawlid verstärkt die Liebe des Muslims zum Propheten Muẖammad und verstärkt das Empfinden der Freude über die Liebe und Zuneigung zu ihm."

Gemeinsames Lobpreisen wird bei den Engeln gelobt · an-Nasâʾiyy

أَمَا إِنِّي لَمْ أَسْتَحْلِفْكُم تُهَمَةً وَلَكِنْ نَزَلَ عَلَيَّ جِبْريلُ يُخْبِرُنِي أَنَّ اللهَ يُباهِي بِكُمُ الملائِكَةَ

Die Bedeutung lautet:

„Ich habe euch nicht beschworen, weil ich euch misstrauen würde, aber der Engel Djibrîl kam zu mir herab und teilte mir mit, dass Allâh euch bei den Engeln lobt."

Der Gesandte Gottes ﷺ sah Gefährten in einem Kreis zusammensitzen und fragte nach dem Grund ihrer Zusammenkunft. Sie sagten: „Wir loben Allâh für das, was er uns durch den Islam und durch dich beschert hat." – „Somit gehörte das Loben des Propheten – sowohl allein und als auch in der Gemeinschaft – und das Gedenken seiner Geburt zu den Bräuchen der Gefährten und der Muslime, die nach ihnen kamen."

Ibn H̱adjar al-^Asqalâniyy (gest. 852 n. A.)

„Im selben Buch berichtet as-Sakhâwiyy, dass sein Schaykh, nämlich al-H̱âfidh Aẖmad Ibn H̱adjar al-^Asqalâniyy, der im Jahr 852 n. A. starb, den Mawlid als eine gute Tat eingestuft hat und die Basis für das Fasten am ^Âschûrâʾ-Tag als Fundament für das Erlauben des Mawlid ansah."

Worauf am Ende zu achten ist · Ibnu Sîrîn, überliefert von Muslim

إِنَّ هَذا الْعِلْمَ دِينٌ فانظروا عَمَّنْ تَأْخُذونَ دِينَكُم

Dies bedeutet:

„Dieses Wissen ist Religionslehre, so achtet darauf, von wem ihr eure Religion annehmt."

Überliefert von Muslim im Vorwort seines Ṣaẖîẖ vom Imâm und Mudjtahid Muẖammad Ibnu Sîrîn, der zu Beginn des zweiten Jahrhunderts nach der Auswanderung starb.

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